Libanesische weine aus dem Libanon weinstore winestore winzerpage Chateau Musar

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” In Zeiten, in denen sich die Weine auf der ganzen Welt geschmacklich immer ähnlicher werden, vor allem kräftig und schon in ihrer Jugend angenehm
zu trinken sein müssen, setzt Château Musar mit seinen Weinen zu dieser Mode einen ausgezeichneten und sehr raffinierten Kontrapunkt.”
Michel Bettane und Thierry Desseauve

Das Weingut wurde 1930 in Ghazir, 26 Kilometer nördlich von Beirut, von Gaston Hochar gegründet. Seit 1959 ist sein an der Universität in Bordeaux ausgebildeter Sohn Serge Kellermeister, dessen Bruder Ronald ist für die Bereiche Finanzen und Marketing zuständig. Mitte der 1950er Jahre wurden die ersten Versuche mit dem Ausbau in Holzfässern mit Unterstützung der befreundeten Bordelaiser Familie Barton (Château Léoville-Barton in St.Julien) gemacht. Musar wurde 1979 beim Bristol Wine Fair in England über Nacht bekannt, als Michael Broadbent und andere englische Degustatoren den 1967er Jahrgang hohe Punktzahlen gaben und sie ihn zur Entdeckung der Messe machten. Broadbent war damals von der Langlebigkeit und dem langsamen Reifeprozess tief beeindruckt. Dieses Ereignis ebnete den Weg für die weiteren Erfolge von Château Musar und brachte dem libanesischem Wein weltweit ein hohes Ansehen. Zwanzig Jahre lang galt Château Musar im Ausland praktisch als Synonym für libanesischen Wein. Während dieser Zeit entwickelte der rote Château Musar eine treue Fangemeinde, die mit jedem weiteren Jahrgang gewachsen ist.

Nur zweimal während des 15-jährigen Bürgerkriegs (1976 und 1984) konnten keine Weine erzeugt werden. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, daß die Trauben unter Lebensgefahr 100 km durch Minenfelder vom Bekaa-Tal zum Weingut transportiert werden mußten. Alle Rebgärten mit einer Fläche von insgesamt 130 Hektar befinden sich bis auf eine Ausnahme im Eigenbesitz. Die roten Traubensorten wachsen in der südlichen Bekaa-Ebene, nördlich des Quaroun-Sees und ungefähr 30 km nördöstlich von Beirut, rund um die Ortschaften Ammiq, Aana und Kefraya. Die extrem niedrigen Erträge sind auf 25 Hektoliter pro Hektar limitiert.

Bei der Weinherstellung wird der Most nach traditionellen Methoden vinifiziert (keine Stabilisierung) und die Weine werden weder filtriert noch geschönt. 2008 wurde das Weingut vom IMC (Instituto Mediterraneo di Certificatione) Bio-zertifiziert. Für Serge Hochar ist das lediglich ein Stück Papier, denn er hat die Trauben von Anfang an ökologisch angebaut und keinen Dünger verwendet. Auch im Keller wird so gut wie gar nicht interveniert, Schwefel wird nur ganz geringfügig eingesetzt (weniger als 10 mg/l) und Schönung und Filtration finden keine Anwendung. In den Weinkellern in Ghazir ruhen beinahe eine Million Flaschen und ein Lagerbestand mit den besten Jahrgängen der letzten dreißig Jahre.

Der Grand Vin „Château Musar“ – ein Verschnitt aus Cabernet Sauvignon, Cinsaut und Carignan – ist ein Rotwein der absoluten Spitzenklasse, bei dem kaum ein Jahrgang dem anderen gleicht. Trotz seines Erfolges bleiben die Preise moderat. Auch alte Jahrgänge stehen zur Verfügung und sie sind leicht zu finden und erschwinglich. Der Wein zeichnet sich durch außergewöhnliche Lagerfähigkeit aus und befindet sich erst nach bis zu 15 Jahren Reife auf dem Höhepunkt. Da jeder Jahrgang auf seine eigene Weise reift, gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Einige Kritiker werfen diesem Wein die Neigung zu flüchtiger Säure (VA – “volatile acid”) vor. Dies wird als Hauch von Nagellack oder Aceton wahrgenommen. In den meisten Weinen vorhanden, bleibt sie üblicherweise unbemerkt. Für die Liebhaber ist das jedoch Ausdruck von Individualität und Ungekünsteltheit. Außerdem hat der Wein genug Körper, Gerbstoffe, Frucht und Alkoholkonzentration, um es auszugleichen. In höheren Konzentrationen vorhanden, deutet es in der Regel auf einen Fehler hin. Nach einem Ausspruch von Serge Hochar besitzen die Weine den Charme des Unvollkommenen. Seiner Meinung nach ist die Harmonie der Natur besser als alles, was wir je schaffen könnten. Für Weinliebhaber ist es faszinierend, mehrere Jahrgänge miteinander zu vergleichen, auch als vertikale Weinprobe bekannt, denn jeder Jahrgang entwickelt seinen eigenen Charakter.

Der elegante und hochindividuelle „Château Musar“-Weißwein besteht aus den einheimischen Rebsorten Obaideh (lokale Variante des Chardonnay) und Merwah (mit Semillon verwandt) und reift bis zu sechs Monate im Barrique. Weitere Weine werden unter den Labels „Hochar Père et Fils“ und „Musar Cuvée“ bzw. “Musar Jeune” erzeugt. 1990 wurde noch 95% der Produktion exportiert, inzwischen steigen aber wieder die Inlandsabsätze (2000: 15-20%). 40% der Exporte gehen nach Großbritannien, weitere 10% nach Nord- und Südamerika und 50% in die übrigen Länder. 2001 wurden 600.000 Flaschen produziert.

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